Wissen

Ein Kleidungsstück ist ein komplexes Produkt. An seiner Herstellung – vom Design über die Gewinnung und Verarbeitung der Faser bis hin zum fertigen Teil – sind oftmals hunderte Personen beteiligt. Je nach Kleidungsstück und Marke können Art und Umfang der Produktion sehr unterschiedlich ausfallen. Einerseits tragen spannende Techniken, Jahrhunderte lang entwickeltes Know-how und innovative Technologien zur Entstehung eines Teiles bei, andererseits bieten die Vielzahl an Arbeitsschritten und beteiligten Personen auch großes Potential für Probleme.

Dieser Teil der Seite Bekleidung&Nachhaltigkeit stellt breit recherchierte Informationen über Bekleidung bereit. Es werden einige Materialien vorgestellt, aus denen Kleidung bestehen kann, und ein Einblick in die Produktion von Kleidung gegeben. Außerdem werden wichtige Begriffe geklärt und die Probleme der Modeindustrie zusammengefasst.

Hilfestellungen, wie man nachhaltiger mit Kleidung umgehen kann, gibt es in der Kategorie Tipps.

Es folgt eine Übersicht der Themen Textilfasern und Produktion. Sie werden auf den jeweiligen Seiten noch ausführlicher behandelt. Die Seiten Probleme, Glossar und Quellen werden hier nicht zusammengefasst.

Der Lebenszyklus eines Kleidungsstücks – die textile Kette

Die textile Kette setzt sich aus den einzelnen Stufen im Lebenszyklus eines Kleidungsstücks zusammen. Idealerweise schließt sich die Kette zu einem textilen Kreislauf, indem das Kleidungsstück und die Rohstoffe, aus denen es besteht, wiederverwertet werden anstatt auf dem Müll zu landen. Die Darstellung ist vereinfacht.


1. Anbau oder Gewinnung der Textilfaser

2. Verarbeitung zum Garn

3. Verarbeitung zur textilen Fläche (Stoff)

4. Textilveredelung

5. Herstellung des Kleidungsstücks

6. Handel

7. Verbraucher*in

8. Entsorgung/Recycling

Die textile Kette

Anbau oder Gewinnung der Textilfaser

An dieser ersten Stufe der textilen Kette wird die Faser gewonnen. Der Ursprung der Faser kann entweder pflanzlich, tierisch oder erdölbasiert sein.
Pflanzliche Fasern: Anbau von Pflanzen wie Baumwolle, Leinen oder Bäumen und deren Ernte
Tierische Fasern: Tierhaltung, z.B. von Schafen oder Ziegen, und die Gewinnung der Fasern z.B. durch Scheren der Schafe
Synthetische Chemiefasern: Erdölförderung
→ Mehr zum Thema Textilfasern

Verarbeitung zum Garn

An dieser Stufe werden die Fasern auf unterschiedliche Weise zu Garn verarbeitet. Pflanzliche und tierische Naturfasern werden gereinigt und versponnen, das Material für Chemiefasern (pflanzliche Fasern für zellulosische Chemiefasern und Erdöl für synthetische Chemiefasern) wird zu einer Spinnmasse verarbeitet und Filamentgarne, das heißt Garne (theoretisch) unendlicher Länge, werden gesponnen.

Verarbeitung zur textilen Fläche (Stoff)

Hier werden die Garne auf unterschiedliche Arten zu Stoffen verbunden, zum Beispiel durch weben oder stricken.

Textilveredelung

Die Pflege- und Gebrauchseigenschaften der Stoffe werden z.B. durch färben, bedrucken, funktionelle Ausrüstung wie wasserdichte Beschichtung, etc. verändert.

Herstellung des Kleidungsstücks

Hier wird der Stoff zugeschnitten und zum fertigen Kleidungsstück zusammengefügt.

Handel

Das Kleidungsstück wird vom Ort der Herstellung zum Verkaufsort transportiert und zum Verkauf angeboten.

Verbraucher*in

Der/die Konsument*in kauft das Kleidungsstück. An diesem Punkt ist von Bedeutung wie oft und wie lange das Teil getragen wird, wie es aufbewahrt und gepflegt wird. Wenn der/die Konsument*in das Kleidungsstück nicht mehr möchte oder es kaputt ist, gibt es mehrere Möglichkeiten eine Entsorgung zu vermeiden, wie zum Beispiel durch Reparatur, Kleidertausch, Kleiderspende, Weiterverkauf oder Upcycling des Kleidungsstücks.

Entsorgung/Recycling

Die Entsorgung ist der letzte Schritt im Lebenszyklus eines Teils. Die Art der Entsorgung spielt dabei eine große Rolle, z.B. ob es möglich ist das Teil zu recyclen oder ob es im Hausmüll entsorgt wird, also schließlich verbrannt wird, und wo der Müll verarbeitet wird.